VERÖFFENTLICHUNG EINES WISSENSCHAFTLICHEN BEITRAGS VON RECHTSANWALT UND FACHANWALT DR. SEBASTJAN KERČMAR

Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Sebastjan Kerčmar von DR. KERČMAR & PARTNERS LAW FIRM Ltd. hat in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Zbornik Pravnog fakulteta Sveučilišta u Rijeci einen wissenschaftlichen Beitrag mit dem Titel CAN AN INFLUENCER BE A COMMERCIAL AGENT? veröffentlicht.

Die Fachzeitschrift ist in renommierten internationalen bibliografischen Datenbanken, darunter Web of Science – ESCI, Scopus, HeinOnline und ProQuest, indexiert, wodurch der Veröffentlichung eine bedeutende internationale wissenschaftliche Dimension zukommt.

Der wissenschaftliche Beitrag befasst sich mit der hochaktuellen Rechtsfrage, ob ein Influencer, der über soziale Medien Produkte oder Dienstleistungen eines Auftraggebers vermarktet oder bewirbt, die Rechtsstellung eines Handelsvertreters erlangen kann.

Die rasante Entwicklung der digitalen Wirtschaft, der sozialen Medien und neuer Geschäftsmodelle wirft zahlreiche neue Rechtsfragen auf und erfordert eine Prüfung, ob und in welcher Weise traditionelle Rechtsinstitute auch auf moderne Formen digitaler Geschäftstätigkeit und digitalen Marketings Anwendung finden können.

Dr. Sebastjan Kerčmar nimmt in seinem Beitrag eine rechtsvergleichende Analyse der Rechtsordnungen Sloweniens, Deutschlands und Italiens vor und ordnet diese in den Rahmen der Richtlinie 86/653/EWG des Rates zur Koordinierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend die selbständigen Handelsvertreter ein. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Besonderheiten des digitalen Umfelds sowie den Rechtsfragen, die sich in der gerichtlichen und rechtlichen Praxis im Zusammenhang mit neuen Formen des Marketings und der Vermittlung stellen.

Eine der zentralen Schlussfolgerungen der Untersuchung besteht darin, dass grundsätzlich jede Person, die die Voraussetzungen der Richtlinie 86/653/EWG und der einschlägigen nationalen Rechtsvorschriften erfüllt, die Rechtsstellung eines Handelsvertreters erlangen kann – somit auch ein Influencer.

Die Analyse zeigt ferner, dass der bestehende Rechtsrahmen des Handelsvertreterrechts im Kern hinreichend flexibel ist, um auch neue und sich entwickelnde Formen der Handelsvertretung zu erfassen. Gleichwohl weisen bestimmte offene Fragen und Unterschiede in der Rechtspraxis auf die Notwendigkeit einer weiteren Entwicklung einer einheitlichen, vorhersehbaren und klaren Rechtsprechung hin.

Mit der fortschreitenden Entwicklung der digitalen Wirtschaft dürfte die rechtliche Einordnung neuer Formen digitaler Vermittlung und Vermarktung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Neue Geschäftsmodelle stellen traditionelle Rechtsinstitute vor neue Herausforderungen und eröffnen zugleich Möglichkeiten für deren weitere Fortentwicklung und Anpassung an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Der vollständige wissenschaftliche Beitrag ist unter folgendem Link abrufbar:

https://ojs.srce.hr/zpfsr/article/view/37896/20292